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Im August 2001 entdeckte ich unseren Chevy 56 bei Ebay.com, der Verkäufer versprach einen "Great Runner" und außerdem noch "Barn
fresh"..... kurz vor Ablauf der Auktion wurde es nun wirklich spannend "0" Gebote auf diesen Chevrolet, aber egal, heute denke ich es sollte alles so passieren wie es passiert ist und es ist ein
schönes Gefühl wenn ich an all die vergangenen Dinge und Abenteuer zurückdenke. 1500 US $, die Auktion war beendet und ich teilte meiner Frau mit "ich glaube wir haben soeben einen 56èr Chevrolet ersteigert"......Nun kam die nächste Hürde, die Verschiffung von USA nach Deutschland. Wir
beauftragten eine amerikanische Spedition den Chevy nach Deutschland auszuführen, natürlich waren da schon einige Telefonate notwendig aber am Ende der Bemühungen hörte ich die erlösenden Worte "No
Problem"......1500 US $ + 80 US $ Versicherung kostete der Transport nach Deutschland, es wurde langsam
spannend, der Tag an dem der Chevy in Pennsylvania abgeholt werden sollte rückte näher, es war der 23.8.2001. Ohne Probleme konnte die Spedition "unser Baby" nach New York bringen, oder noch genauer, in
den Frachthafen von New Jersey, dieser liegt etwa eine Meile entfernt von der "Statue of Liberty" also direkt gegenüber von Manhatten / New York. Nochmals ein
kurzer Anruf nach USA und die Spedition bestätigte uns den Termin der Verschiffung, es sollte der 11.9.2001 sein.....ich denke jeder weiss was an
diesem Tag geschah, noch heute trägt der Fahrzeugbrief den "Lochstempel"
der Auszollung und zwar den 10.9.2001.Dieser Chevy ist also ein stummer Zeuge dieser schrecklichen Tragödie. Am Nachmittag des 11.9.2001 erreichte uns ein Anruf aus USA, am anderen Ende eine Sekretärin
der Spedition, mit trauriger Stimme teilte sie uns mit das der gesamte Hafen zur Speerzone erklärt wurde und somit nicht mehr zugänglich sei. Sie sagte "Accept
some delay, iam sorry". Ein paar Tage vergingen und ich denke jeder kann sich noch gut an diese Zeit erinnern.
Ich telefonierte mit der Reederei in Norwegen, dort sagte man uns das sich der geplante Abtransport mehrerer Fahrzeuge, darunter auch unser Chevy um ca. 2 - 3 Wochen verzögern würde, das
Frachtschiff welches für den 11.9.2001 vorgesehen war hatte kurz nach bekannt werden der Tragödie auf offener See abgedreht. New Jersey sollte der letzte Zielhafen sein. 2 Wochen später bekamen wir einen neuen Termin für die Verschiffung, es war der 27.9.2001. Ich wollte dabei sein,
irgendwie wollte ich dabei sein und mein Wunsch sollte sich erfüllen..........auf dem Dach des "Empire State Building" gab es zu dieser Zeit eine Web Cam und natürlich machte ich
einen Versuch, Zoom Faktor 100% und warten.....kein Schiff.....und plötzlich tauchte es auf. Es war schon ein bewegendes Gefühl zu wissen, dass sie dort in genau diesem Moment unseren Chevy verladen. Immer
wieder zeichnete ich ein paar Bilder auf, schließlich drehte das Schiff im Hafenbecken und verschwand auf dem Hudson River in Richtung Atlantik. Bye bye USA.
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48 Stunden später bekamen wir per FEDEX die Frachtdokumente sowie die
Auszollung des US Custom. Am 4.10.2001 bekamen wir das Ankunftsavis aus Bremerhaven, Ankunft und Ausbringung der Fahrzeuge am 11.10.2001.
Jetzt war es endlich soweit, nach Klärung aller Zollformalitäten machten wir uns am auf den Weg. Das Erste Hilfe Paket bestand aus: 5 Liter Öl,
Autobatterie, Zollwerkzeug, Taschenlampe und 5 Liter Wasser. Wir fuhren um 4.00 in Duisburg los und erreichten Bremerhaven ca. 3,5 Stunden später.
Zuerst meldeten wir uns beim Speditionsbüro und hinterlegten dort 1000 DM als Sicherheit für eine T1 Verzollung am Wohnort. Man erklärte uns den Weg
zum Zollhafen und wir fuhren los, es regnete............und regnete. Nach ca. 10 Autominuten erreichten wir den Zollbereich des Hafens, wir meldeten uns in einem Bürocontainer und legten alle erforderlichen
Dokumente vor. Jetzt wurde es wirklich langsam spannend, so lange hatten wir gewartet und nun war der Moment da......wie sieht er aus, in welchem Zustand ist das Auto, springt der Motor an....und und und. Nach weiteren 30 Minuten meldete sich ein Mitarbeiter der Spedition bei uns und fragte: "Sind sie
der Besitzer des Chevy"......wo ist ihr Anhänger.....Wir hatten keinen Anhänger und ich wollte den Wagen unbedingt nach Hause fahren. "Ich denke nicht das sie den nach Hause fahren"..
...der Mitarbeiter öffnete das Tor und wir fuhren gemeinsam zum "Abschnitt" W102
und da stand er, im Regen, ja es war wirklich ein trauriger Anblick. Ich versuchte den Motor zu starten, er drehte aber er sprang nicht an, die Batterie war am Ende. 2 Reifen total kaputt, einer platt der andere
nur noch bedingt fahrtauglich. Was nun ?......zuerst demontierten wir die beiden defekten Reifen bzw. Felgen und suchten in Bremerhaven nach einem Reifenhändler. Dieser
errechnete uns einen europäischen Reifen auf die amerikanische Felge, ein voller Erfolg. Wir fuhren zurück, montierten die Reifen und mit Hilfe einer "frischen" Batterie
konnte ich den Motor starten, er lief......welch Wunder. Mit Standgas, alles andere war nicht möglich, fuhren wir vom Zollgelände, erledigten noch einige
Formalitäten am Bürocontainer und das wars, Willkommen im öffentlichen Staßenverkehr......im Standgas bis zur nächsten Tankstelle, im Standgas zurück
zum Reifenhändler. Nach einer Stunde hatten wir 2 weitere Reifen montieren lassen und auch noch den ADAC um Hilfe gebeten. Der Mitarbeiter vom ADAC
reinigte den Vergaser und wünschte uns viel Glück für die Fahrt nach Duisburg. Also, zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht mehr ganz sicher ob wir es wirklich
nach Hause schaffen werden. Um ca. 17 Uhr ging es dann mit 60 Meilen auf die Autobahn und er fuhr und fuhr und fuhr aber nur bis Osnabrück. Auf einem
Autobahnrastplatz bemerkten wir eine Ölspur und wie sollte es auch anders sein, es tropfte irgendwo unterhalb des Motors. Kein Problem, so ein paar
Tropfen, mal eben schnell 4 Liter Öl nachgefüllt und weiter gings Richtung Duisburg. Nach ca. 10 Km dachte ich, wenn das mal gut geht und wir
entschlossen uns nochmals anzuhalten. Nun tropfte es nicht mehr, es floss nur so heraus........das wars also, Motor aus. Wir entschlossen uns erneut den ADAC anzurufen, mit der Bitte um einen
Abschleppwagen. Gegen 23.30 waren ein Chevy, ein Sharan und ein ADAC Abschleppwagen in Duisburg. Ein wirkliches Abenteuer. Der Mitarbeiter vom ADAC machte sich wieder auf den Heimweg, wir schoben den Chevy in die
Garage und das wars................Ach ja, fast hätte er es alleine geschafft, wenn da nicht der defekte Öldruckschalter gewesen wäre.........................
 
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